Beiträge

An dieser Stelle finden Sie verschiedene Beiträge von Dr. Hilke Steinecke zu Pflanzen im Palmengarten.

Dahlien

Die Dahlien vor dem Haus Leonhardsbrunn sind gerade in Hochform. In prallen Farben von Weiß über Gelb nach Rosa oder Rot (nur blaue Dahlien gibt es nicht) leuchten hier ihre großen Blütenköpfe. Hier sind verschiedene Sorten zu sehen, von den gefüllten Balldahlien über Kaktusdahlien bis hin zu den einfachen ungefüllten Sorten. In einem Naturgarten sollten auf jeden Fall ungefüllte Sorten gepflanzt werden, da bei diesen die Staubblätter zu attraktiven Blütenblättern umgeformt sind. Gefüllte Dahlien sind für Insekten aber Mogelpackungen, da sie weder Nektar noch Pollen als Nahrung anbieten. Bis spät in den Herbst hinein sehr attraktiv bei Insekten sind die Sterndahlien. Die gelben Blütensterne der abgebildeten Sterndahlie ‘Honka‘ wirken wie Origami- oder Strohsterne. Und ganz oft sitzen Bienen und Hummeln im Zentrum. Übrigens, ein schönes Fotomotiv für eine Weihnachtskarte für Pflanzenfreunde!           

Hibiskus

Lange hat der Sumpf-Eibisch (Hibiscus moscheutos) in diesem Jahr gebraucht, bis er in Fahrt gekommen ist. Nun steht er voll in Blüte, sowohl im Kübel als auch ausgepflanzt am Hauptweg in Richtung Seerosenbecken. Die Wildform mit rosa Blüten ist im südöstlichen Nordamerika heimisch, wobei er feuchte Standorte (Sumpf- und Marschland) besiedelt. Durch Züchtung sind Sorten mit tellergroßen Blüten in den Farben Weiß, Rosa und Rot entstanden. Die einzelnen Blüten sind zwar kurzlebig, werden aber bis etwa Ende September kontinuierlich gebildet. Auffälliges Blütenmerkmal sind die zahlreichen Staubblätter, die eine Röhre (Columna) bilden und den Stempel mit den fünf samtigen, kopfigen Narben umschließen. An sonnigen Tagen, wenn sich die Riesenblüten weit geöffnet haben, sind sie aktuell eines der beliebtesten Fotomotive des Gartens. Dieser Riesen-Hibiskus fühlt sich auch im eigenen Garten wohl. Entsprechendes Saatgut ist im Handel erhältlich. Die Samen keimen gut, und da er schnell wächst, wird er häufig als einjährige Sommerblume gezogen.  

Vom Herbst-Eisenhut und seiner Blütenkutsche

So langsam geht die Vegetation der winterlichen Ruhepause entgegen. Neben den klassischen Herbstblumen wie Dahlien, Astern und Indischem Blumenrohr blüht jetzt noch recht üppig der aus China und Vietnam stammende Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii). Beim Eisenhut ist die Blütenhülle nicht in Kelch- und Kronblätter gegliedert, sondern aus einheitlichen blauen Blütenhüllblättern aufgebaut. Das oberste Blatt ist helmförmig geformt. Von diesem Helm sind zwei Nektarblätter verdeckt. Sie sind umgewandelte Blütenblätter und enden in einem pferdekopfähnlichen, Nektar produzierenden Sporn. Die vier unteren Blütenhüllblätter umschließen zahlreiche Staubblätter sowie drei bis fünf freie Fruchtblätter. Wird der Helm abgezupft, erscheint mit etwas Fantasie eine Pferdekutsche. Die zwei Nektarblätter sind die Pferde, die einen Wagen ziehen, der aus den vier unteren Blütenhüllblättern gebildet wird. In der Kutsche sitzen mehrere Personen, das sind die Staubblätter mit den Staubbeutel-Köpfen. Herbst-Eisenhut wächst im Palmengarten im Staudengarten. Vorsicht, die Blüten sind wie die ganze Pflanze stark giftig, bitte nicht anfassen.