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An dieser Stelle finden Sie aktuelle Hinweise zur Flora von Dr. Hilke Steinecke.

Gewöhnlicher Flieder

Die gut 25 Flieder-Arten stammen aus Südost-Europa und Asien. Auf dem Balkan ist der beliebte Gewöhnliche Flieder (Syringa vulgaris) heimisch. Von April bis Mai erscheinen seine dichten, vielblütigen Rispen. Je nach Sorte sind die Blüten weiß, rosa, purpurrot oder eben „fliederfarben“ gefärbt. Der englische Name für Flieder ist übrigens Lilac. Betörend ist der schwere, intensive Duft des Flieders. Ihm kann man kaum widerstehen, weshalb Flieder seit dem 19. Jahrhundert bis heute ein besonders beliebter Zierstrauch für den Garten ist. Es gibt viele Flieder-Freunde; darunter auch der Komponist Sergey Rachmaninov, zu dessen Lieblingspflanzen der Flieder gehörte. Ihm widmete er sein Lied „Flieder“. 

Die einzelnen kleinen Blüten haben eine schmale Röhre, von der vier Kronblattzipfel abstehen. In Ausnahmefällen gibt es aber auch schon mal fünf Blütenzipfel. Und wenn man fünfzipfelige Blüten findet, hat man Glück, ähnlich wie beim Glücksklee.

Im Palmengarten duftet um den Monatswechsel April/Mai eine lange violette Fliederhecke neben dem Sommer-Sukkulentengarten. Sie bildet die Begrenzung zur Siesmayerstraße.
(Eingestellt am 3. Mai 2022)

Schmalblättrige Helikonie

Heliconia angusta ist ein Vertreter der Heliconiaceae, die sehr eng mit den Bananengewächsen (Musaceae) verwandt sind. Heliconia angusta stammt ausBrasilienund ist in den Tropen als Zierpflanze weit verbreitet. Bei uns gedeiht sie im Tropicarium im Bromelienhaus. Die zweizeilig angeordneten Blätter bilden mit ihren Blattscheiden wie bei den Bananengewächsen einen krautigen Scheinstamm aus. An der farblichen Gestaltung der Blütenstände kann man erkennen, dass Vögel hier als Bestäuber dienen. Als Nahrung wird in den weißen Blüten reichlich Nektar angeboten. Dieser wird am Grunde der feuerroten Hochblätter, die die Schauwirkung übernehmen, gebildet. Da diese Art in den Wintermonaten blüht, oft auch um Weihnachten, wird sie manchmal auch Weihnachts-Helikonie genannt.  
(Eingestellt am 1. Februar 2022)  



Ältere Beiträge

Paradiesvogelblume

Die Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) stammt aus den Küstenwäldern der östlichen Kap-Provinz und wird heute in großen Mengen als Schnittblume angebaut. Entdeckt und nach Europa gebracht wurde sie 1773 von dem Pflanzenjäger Francis Masson. Der Gattungsname ehrt Charlotte Sophia von Mecklenburg-Strelitz, die spätere Ehefrau des britischen Königs Georg III.

Der Blütenstand erinnert an einen Vogelkopf, worauf sich der deutsche Name bezieht. Er ist von einem grünlichen Tragblatt umgeben, in dem sich Nektar ansammelt. Die äußeren orangen Kronblätter bilden eine abstehende Fahne, während die inneren blau sind und ein „Schiffchen“ bilden. Zwei der inneren Blütenblätter bilden gemeinsam ein pfeilförmiges Gebilde, in dem die 5 Staubblätter und der Griffel verborgen sind.

Durch die kontrastreiche Färbung werden nektartrinkende Vögel angelockt. Die hier abgebildete Sorte ‘Mandelas Gold‘ hat gelbe statt orangefarbige  äußere Blütenhüllblätter und wurde zu Ehren des südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela benannt. Sie blüht gerade im Eingangshaus des Tropicariums (Weltkugel)
(Eingestellt am 19.1.2022)

Weihnachts-Kamelie

Kamelien sind bekannt dafür, dass sie je nach Art vom Herbst über den Winter bis zum Frühling blühen. Camellia sasanqua öffnet ihre Blüten etwa ab November und wird deshalb auch als Herbst- oder Weihnachtskamelie bezeichnet. Sie ist relativ frosthart und gedeiht bei uns auch im Freien. Die hier abgebildete Sorte ’Plantation Pink‘ zeigt ihre ersten Blüten aber gerade in unserer Gärtnerei. Hier ist unsere traditionelle Kameliensammlung untergebracht, von der dann viele Exemplare im Rahmen der jährlichen Kamelienausstellung öffentlich gezeigt werden. Es ist möglich, dass sich in Zukunft im Zuge des Klimawandels deutlich mehr Sorten und Arten der Kamelien für die Freilandkultur eignen. Immerhin hat eine vor dem Blüten- und Schmetterlingshaus ausgepflanzte Teepflanze (Camellia sinensis) dort bisher zwei Winter durchgehalten.
(Eingestellt am 21.12.2021)

Flamme, Juliafalter

Passend zur Adventszeit, wenn es dunkel ist und man es sich mit Kerzenflammen gemütlich macht, fliegt im Blüten- und Schmetterlingshaus noch der Juliafalter (Dryas iulia). Wegen seiner feurig orange gefärbten Flügel wird er auch Flamme genannt. Passionsblumenfalter warnen mit ihrer auffälligen Färbung ihre Fressfeinde, dass sie für sie ungenießbar sind. Denn die Raupen fressen die giftigen Blätter von Passionsblumen. Sie vertragen das Gift und werden dadurch selber giftig wie auch die Schmetterlinge. Juliafalter paaren sich bei uns regelmäßig, so dass wir auch die dunkelbraun-weiß gemusterten, schwarz bedornten Raupen zeigen können. Die Sturzpuppen imitieren verwelkte Blätter.         
(Eingestellt am 29.11.2021)

Bei der Paarung zeigt der Zebrafalter ein außergewöhnliches Verhalten. Die Männchen können anhand von Pheromonen erkennen, ob sich in einer Puppe ein Weibchen oder ein Männchen entwickelt. Sie verharren vor Puppen, aus denen in nächster Zeit ein Weibchen schlüpfen wird und paaren sich mit ihm, sobald es geschlüpft ist. Dies ist eine gezielte Strategie, um Fremdbegattung zu verhindern. Denn verschiedene Arten der Passionsblumenfalter sehen sich sehr ähnlich, so dass es bei der Partnerwahl immer wieder zu Verwechslungen kommen kann.
(Eingestellt am 23.11.21)

Garten-Stiefmütterchen und Hornveilchen

Die meisten Blumen  sind verblüht und die Pflanzenwelt zieht sich in die Winterruhe  zurück. Wir haben schon jetzt Stiefmütterchen als Winterflor gepflanzt, damit sie an den ersten warmen Fühlingstagen schnell zum Blühen kommen. Sie sind winterhart und überstehen Eis und Schnee sehr gut. Oft fragt man sich, warum das Stiefmütterchen denn eigentlich diesen Namen hat?   

Das Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) und das ähnliche Hornveilchen (Viola cornuta) sind dankbare Frühlingsblüher für Balkon und Garten. Fast wie mit einem Gesicht schauen uns die Blüten an. Aber warum ist es gerade die aus den Märchen bekannte böse Stiefmutter? Dazu sollte man das Stiefmütterchen von der Rückseite betrachten: Das unterste große und oft mehrfarbige Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern und wird als die „Stiefmutter“ gedeutet. Sie überlappt (beschützt) die mittleren zwei, ebenfalls bunten Blütenblätter, ihre „Töchter“. Jede „Tochter“ sitzt auf einem eigenen „Stuhl“ (Kelchblatt). Die obersten beiden Blütenblätter, die „Stieftöchter“, sind unauffälliger gefärbt; sie müssen sich einen einzigen „Stuhl“ (Kelchblatt) teilen. Das Garten-Stiefmütterchen geht meist „stiefmütterlich” mit Insekten um, denn die Blüten sind nektarfrei. Es ist deshalb empfehlenswert, für die Frühlingsbepflanzung die kleineren, nektarhaltigen Hornveilchen zu verwenden oder zumindest eine Mischung aus beiden zu pflanzen.
(Eingestellt am 23.11.21)